Ruhiges Fahrwasser trotz rauer See

Gute Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr / 26.000 Euro Spenden für den Ort / Wechsel im Aufsichtsrat / Arzt und Kabarettist Lüder Wohlenberg behandelte mit viel Humor das Gesundheitssystem

12.09.2017

Raesfeld. Auf der alljährlichen Generalversammlung wird die Jahresbilanz verabschiedet. Eine positive Geschäftsentwicklung, eine deutlich erkennbare Kontinuität im Handeln in einem politisch äußerst turbulenten Jahr bestimmten die Generalversammlung der Volksbank Raesfeld. Den Bericht zum abgelaufenen Geschäftsjahr legten Vorstand und Aufsichtsrat am Dienstagabend auf der ordentlichen Generalversammlung vor den Mitgliedern ab. Über 200 Mitglieder und Gäste waren der Einladung gefolgt und wurden vom Vorsitzenden des Aufsichtsrats, Jan-Bernd Seier, in der vollbesetzten Festscheune „Hecheltjen’s Hof“ begrüßt.

Im anschließenden Bericht stellte Vorstandsmitglied Marcus Feldhaar die wichtigsten wirtschaftlichen Zahlen und Hintergründe der Volksbank Raesfeld für das vergangene Geschäftsjahr vor. Kundeneinlagen, Kundenkredite und Bilanzsumme zeigten ein gesundes Wachstum. Die betreuten Kundeneinlagen sind zum Bilanzstichtag um mehr als vier Prozent auf jetzt 116 Millionen Euro gestiegen. Im Gegenzug hat die Volksbank 108 Mio. Euro an Kundenkrediten bis zum Bilanzstichtag vergeben – eine Zunahme von nahezu sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Eine Zunahme gab es auch bei der Mitgliederzahl: 83 Neumitglieder hat die Volksbank im Berichtsjahr begrüßt. Insgesamt verzeichnete die Volksbank Raesfeld per Jahresende 2.973 Anteilseigner.

Die große Herausforderung für die genossenschaftlichen Banken – also auch für die Volksbank Raesfeld – ist es seit einigen Jahren, die völlig undifferenzierte Regulierung zu meistern. Denn sie werden mit nahezu den gleichen Anforderungen konfrontiert wie die Großbanken. Beide Vorstände waren sich einig, dass sie die Zeit, die sie für die Bewältigung der Aufgaben benötigen, lieber in die Förderung der Mitglieder investieren würden.

Der Ergebnisverwendungsvorschlag für die Mitglieder sah erneut eine Dividendenausschüttung in Höhe von 7,75 Prozent vor. Feldhaar hob in seiner Rede hervor, dass die Bank damit erneut das Vertrauen der Mitglieder honorieren und diese am Geschäftserfolg überdurchschnittlich teilhaben lassen möchte. Gerade in der Niedrigzinsphase möchte die Bank damit ein Zeichen setzen. Dieser Vorschlag fand die Zustimmung der Versammlung. Sie erteilten Vorstand und Aufsichtsrat nach ihren jeweiligen Berichten die Entlastung.

Zudem standen Aufsichtsratswahlen auf der Tagesordnung. Michael Buhla schied satzungsgemäß aus. Die Versammlung wählte stattdessen einstimmig die Raesfelder Rechtsanwältin und Notarin Birgit Romeiß-Geuting in das Aufsichtsgremium.

Viel Raum nahm das Ergebnis der Mitglieder- und Kundenbefragung ein, die die Bank zum Jahresende durchgeführt hat. Der Vorstandsvorsitzende Oliver Cichowski zeigte sich sehr erfreut über die äußerst hohe Resonanz aus der Befragung. Aus dem zusammengefasst sehr guten Ergebnissen, die die Befragten der Bank attestierten, schließt er letztendlich unter anderem auch ein hohes Vertrauen der Mitglieder und Kunden in die Bank.

Schon traditionell liegt der lokal tätigen Genossenschaftsbank das gesellschaftliche Engagement am Herzen. Ganz in diesem Zeichen standen im Berichtsjahr auch die 26.000 Euro Gewinnsparmittel und Spenden, die die Volksbank Raesfeld an Raesfelder Vereine, Institutionen und Verbände ausgeschüttet hat. So fanden in 2016 Schul-, Sport-, Freizeit- und Kulturprojekte Berücksichtigung bei der Vergabe der Spenden.

Viele Mitglieder haben die Geschicke der Bank bereits über einen beachtlichen Zeitraum persönlich begleitet. Daher ist es gute Tradition, die Jubilare zu Beginn der Versammlung zu ehren und ihnen für ihre langjährige Treue als Miteigentümer der Bank zu danken.

Vor 65 Jahren haben zwei Jubilare, Hubert Wilting und Hubert Heselhaus ihre Mitgliedschaft erworben. Auf 50 Jahre Mitgliedschaft blicken Helmut Bahde, Bernhard Stenert, Alois Schroer, Paul Baumeister, Rudolf Spangemacher, Gerd Gesing, Adolf Paschen und Günter Ostendorf zurück. Seit 40 Jahren gehören Johanna Böckenhoff, Heinz-Jürgen Dämmler, Bernadette Geuting, Heinrich Nagel und Bernhard Finke der Bank als Mitglied an. Oliver Cichowski stellte in der Mitgliederehrung die genossenschaftlichen Werte in den Mittelpunkt, die insbesondere die langjährigen Mitglieder verkörpern.

Nachdem die Regularien erledigt waren, sorgte der Kabarettist und Arzt Lüder Wohlenberg für einen gelungenen, humoristischen Abschluss des Abends. Wohlenberg kennt das Gesundheitssystem von beiden Seiten der Nadel und weiß, was die Medizin kann und wo sie besser das Skalpell in der Verpackung stecken lässt. Der Euro schwächelt und braucht Sauerstoff, ganze Nationen hängen am Tropf und die Parteien blockieren die Intensivstation! Da heißt es: Rettungswege freihalten – Wohlenberg hilft. Neben seiner Rolle als Arzt schlüpft er während des Programms auch regelmäßig in den Bademantel und damit in die Rolle des Profipatienten Raderscheid.